18. Dezember 2018

Entfaltungsgeschichten von Menschen mit Handicap

Bei uns im iwaz stehen die Menschen im Zentrum. Zusammen erreichen wir das, was wir alleine nicht schaffen. Tagtäglich setzen wir uns für die grösstmögliche Integration von Menschen mit Handicap in unsere Gesellschaft ein – von Mensch zu Mensch für starke Ergebnisse.

Im Rahmen unserer Weihnachtskampagne zeigen wir Ihnen drei Erfolgsgeschichten von Menschen aus dem iwaz. Lernen Sie Cornel Freund, unseren vierfachen Schweizermeister im Rollstuhl-Curling, kennen. Oder Nicola Pfleghart, unseren auszubildenden Polymechaniker, der trotz Epilepsie seinen Weg zum Traumberuf verfolgt. Zu guter Letzt stellen wir Ihnen unseren treuen Mitarbeitenden Shqiprim Gashi vor. Er erzählt von seinen Erfahrungen im ersten Arbeitsmarkt.

Vierfacher Schweizermeister im Rollstuhl-Curling 

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Cornel Freund begrüsst einen immer mit einem Lächeln. Seine Arbeit am Empfang sieht er als erfrischende Abwechslung zu seinen Tätigkeiten in der Werkstatt. Freund wohnt und arbeitet seit 15 Jahren im iwaz. Für das Interview dürfen wir ihn auf seinem Zimmer besuchen. Es ist einfach eingerichtet. Drei Rollstühle stehen im Raum, sowie ein Bett und ein Pult. Auf Letzterem liegen die meisten persönlichen Gegenstände herum. Freund bietet mir einen Rollstuhl zum Sitzen an. Beim Hinsetzen nehme ich ein loses Teil mit dazugehörigen Schrauben am Boden wahr. «Ja, das bringe ich heute noch in die Reparatur», meint Freund schmunzelnd. Zum Sitzen eigne sich das Gefährt aber noch ganz gut.

Cornel Freund arbeitet 100 Prozent im iwaz, am Empfang und in der Werkstatt. In seiner Freizeit spielt Freund seit zehn Saisons Rollstuhl-Curling. Zweimal war er sogar schon im Ausstich für die Nationalmannschaft, viermal gewann er mit seinem Team die Schweizer Meisterschaft. «In meinem Zimmer mache ich Kraft- und Mentaltraining», erzählt Freund. Training habe er zweimal die Woche. Das iwaz unterstütze ihn dabei mit flexiblen Arbeitszeiten.

Am iwaz schätzt Freund besonders die Vielseitigkeit. Nebst dem Wohnen und Arbeiten verfügt das Sozialunternehmen über ein Personal- und öffentliches Restaurant sowie eine eigene Werkstatt für Hilfsmittel, das Rehatech. «Wir haben alles Nötige vor Ort. Zudem bin ich sehr selbständig und brauche wenig Betreuung», erklärt Cornel. Die Curling-Saison ist gerade voll im Gange. «Leider muss ich aufgrund eines Spital-Aufenthaltes pausieren», so Freund. Sein Ziel, eines Tages an der Curling Paralympics teilzunehmen, hält er sich dennoch stets vor Augen. Damit würde für ihn ein grosser Traum in Erfüllung gehen.

Trotz Epilepsie zum Traumberuf

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Auch Nicola Pfleghart kommt seinem Traum stets ein Stückchen näher. Und das obwohl bei ihm als 10-Jähriger eine komplexe Form der Epilepsie diagnostiziert wurde. Den Umständen zu trotz hat sich Pfleghart für die Lehrstelle als Polymechaniker EFZ beworben und beim iwaz einen Ausbildungsplatz im unterstützenden Rahmen erhalten. «Als Epileptiker an offenen Maschinen zu arbeiten, ist sicher nicht optimal und kann lebensgefährlich sein», weiss Pfleghart. Doch auch davon lässt sich der junge Mann nicht aufhalten. Mitterweile hat er die zweite Hirnoperation hinter sich. In einem Jahr wird er seinen Lehrabschluss absolvieren. «Einen Job zu finden, in dem man Verständnis für meine Situation hat, sehe ich als Herausforderung», meint Pfleghart. Doch der Lernende hat klare Vorstellungen, wie er seine beruflichen Ziele erreichen kann. In ferner Zukunft möchte er sich in Automatik, Steuerungstechnik und Robotik weiterentwickeln – und eines Tages von der Werkstatt ins Büro wechseln. «Das iwaz bereitet mich auf diese Zukunft bestmöglich vor», schwärmt Pfleghart.

Erfolgreich in den ersten Arbeitsmarkt integriert

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Shqiprim Gashi ist für eine bessere Zukunft als Teenager in die Schweiz gekommen. In seinem Land hat er noch den Krieg erlebt. Gashi arbeitet mittlerweile seit 16 Jahren im iwaz, wohnt aber ausserhalb des Sozialunternehmens. Seit zwei Jahren ist er auf externen Arbeitseinsätzen bei einem Industriekunden des iwaz. «Ich war anfangs etwas unsicher, wie mein Handicap in einem fremden Betrieb wahrgenommen wird. Doch es ist alles gut gelaufen», erzählt Gashi. Sein Arbeitsplatz sei ergonomisch mit einer Fussstütze am Stuhl auf ihn angepasst worden. «Bei der Arbeit kann ich meine Geschicklichkeit optimal einsetzen. Die Zusammenarbeit macht echt Spass. Ich fühle mich voll integriert», fügt er mit einem breiten Lächeln hinzu. Nebenbei ist Gashi weiterhin im iwaz tätig. Die Arbeit in der hauseigenen Werkstatt sei sehr vielseitig und die Gruppenleiter würden einen tollen Job machen, erzählt er begeistert. Durch die Einführung von Lean Management sei sein Arbeitsplatz noch strukturierter und übersichtlicher geworden. Für die Zukunft wünscht er sich, neue Mitarbeitende einführen zu dürfen, um damit sein langjähriges Wissen stärker nutzen zu können.

Träume, die in Erfüllung gehen

Im iwaz arbeiten rund 300 Mitarbeitende mit und ohne Handicap. Jeder Mensch im iwaz entfaltet sich auf einzigartige Weise. Und so feiern wir in diesem Jahr nicht nur Weihnachten, sondern auch die Entfaltungsgeschichten unserer Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitenden mit und ohne Handicap.

Herzlichen Dank unterstützen auch Sie Menschen mit Handicap bei ihrer beruflichen sowie persönlichen Entfaltung.

Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten und ein besinnliches Fest mit Ihren Liebsten.

Spendenkonto:
Postcheck 80-36863-3
IBAN CH08 0900 0000 8003 6863 3

PS: Entdecken Sie in unserer Bildergalerie den Entstehungsprozess unserer iwaz Weihnachtsguetsli. 100 Prozent Home Made – vom Produzieren der Ausstechform über das Backen bis zum Verpacken. Sehen Sie selbst!